1737
Hamburg wird die Wiege
Am 6. Dezember wird in Hamburg die erste regelmäßige Loge auf deutschem Boden gehalten. Von hier aus verbreitet sich die Freimaurerei nach Hannover, Berlin und weiter.
Johannisloge in Hamburg · gestiftet am 22. März 1796 in Altona
Seit 1796 arbeiten in Altona und Hamburg Männer an dem, was sich nicht delegieren lässt: an sich selbst. Der Gegenstand ist alt und hat kein besseres Wort — die Königliche Kunst der Selbstveredelung.
Die Geschichte · die häufigen Fragen · der Weg, wenn Sie ihn prüfen wollen
Zur Selbstauflösung gezwungen. Es gibt kein Bild dieses Jahres.
Einschreibezettel der Wiederbegründung — Faksimile beim Sekretär anfragen.
Gestiftet am 22. März 1796 in Altona — damals zweitgrößte Stadt des dänischen Königreichs und ein Hort der Freiheit. Schirmherr war Prinz Carl von Hessen; siebzig Jahre arbeitete die Loge unter der dänischen Großloge, seit 1866 unter der Konstitution der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland. 1935 von den Nationalsozialisten zur Selbstauflösung gezwungen, am 24. Februar 1948 wiederbegründet.
Parate viam Domini — Bereitet den Weg des Herrn!
Freimaurerei verspricht keine Abkürzung und kein Geheimwissen. Sie stellt einen Rahmen, in dem ein Mann am rauen Stein arbeitet — dem eigenen. Was dabei entsteht, lässt sich nicht kaufen und nicht beschleunigen; es muss Schritt für Schritt selbst erfahren werden.
Die Tugenden der Maurerei sind nicht als Zierde entstanden, sondern aus Notwendigkeit: Wer im Mittelalter Kathedralen baute, musste reisen und aufgenommen werden können — erkennbar, verlässlich, verschwiegen. So wurde der Tempel und der Stein ein Ebenbild für einen selbst.
Die Loge steht an dritter Stelle, und das ist keine Bescheidenheit, sondern eine Bedingung: Ein Mann muss frei sein, um an sich arbeiten zu können. Wer sich um seine Beziehung oder seine Existenz sorgt, ist innerlich nicht frei — und dann gibt es nichts zu bearbeiten.
Wir nehmen im Jahr nur wenige auf. Das ist keine Knappheit, die wir herstellen, sondern die Folge dessen, wie wir arbeiten: Wer aufgenommen wird, soll wirklich hierhergehören — und wir wollen ihn wirklich kennen. Beides braucht Zeit, und beides gilt für beide Seiten.
Woher der Name kommt — und warum wir die Frage offen lassen
Auf dieser Seite stehen ein paar Tatsachen, die sich schwer erklären lassen. Wir erklären sie nicht. Den gemeinsamen Nenner nennen wir hier nicht — wer ihn sucht, findet ihn ohnehin nicht auf einer Website.
Jean Fouquet, Bau des Tempels zu Jerusalem, um 1470 · BnF · gemeinfrei
Der Baumeister einer Kathedrale war das, was heute Architekt und Bauleiter zusammen wären — in einer Zeit, in der kaum jemand lesen, schreiben oder rechnen konnte. Er plante den Bau, führte die Finanzen, beaufsichtigte Hunderte Arbeiter verschiedener Gewerke und organisierte Materialtransporte über halb Europa: Marmor aus Carrara, Bauholz aus Skandinavien, ohne Kran und ohne Fernmeldewesen.
Diese Fachleute zogen von Baustelle zu Baustelle. Sie arbeiteten unter fremden Herren, in fremden Städten, unter fremden Sitten — und waren jedes Mal darauf angewiesen, aufgenommen zu werden. Offenheit war bei ihnen keine Gesinnung, sondern Arbeitsbedingung. Wer so lebte, war weltläufig, lange bevor es das Wort dafür gab.
Der Tempel und der Stein wurden ein Ebenbild für einen selbst.
Am 28. Dezember 1598 verfügte William Schaw, Baumeister des schottischen Königs, dass die Bauhütten Protokoll zu führen hätten. Das älteste erhaltene stammt aus Edinburgh und ist auf den 31. Juli 1599 datiert. Seither reißt die schriftliche Überlieferung nicht mehr ab: über vierhundert Jahre, lückenlos beurkundet.
Dieselbe Loge verzeichnet 1634 zum ersten Mal die Aufnahme eines Mannes, der kein Steinmetz war. Die Bauhütten selbst sind dreihundert Jahre älter als ihr erstes Protokoll. Wann aus dem Handwerk ein Bund wurde, steht in keiner Akte.
Vor dem Start gab der Großmeister von Texas, J. Guy Smith, dem Astronauten Edwin „Buzz“ Aldrin eine Sondervollmacht mit. Aldrin hat sie später unterschrieben, unter dem Satz, sie sei am 20. und 21. Juli 1969 mit ihm auf Apollo XI zum Mond gereist. Im Jahr 2000 stiftete Texas eine Loge, die daran erinnert.
Was daraus folgt, weiß niemand. Beurkundet ist es trotzdem.
Roald Amundsen war Freimaurer. Sein Rivale Robert Falcon Scott auch.
Aristide Briand, Gustav Stresemann und Frank B. Kellogg waren Brüder. Aus den Verträgen von Locarno und dem Briand-Kellogg-Pakt gingen zwei Friedensnobelpreise hervor und ein Grundstein des Völkerrechts, der später in die Satzung der Vereinten Nationen einging.
Zar Alexander I. trat erst ein, nachdem er ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte — unter anderem bei seinem Polizeiminister. Prüfen vor dem Eintreten ist also älter als diese Seite.
Dazu Mozart und Schiller, Franklin und Washington, Voltaire, Knigge, Liszt, Sibelius, Mark Twain, Kipling, Churchill. Die Liste ist lang, und für sich genommen beweist sie nichts — berühmte Namen sind kein Argument. Sie stellt nur eine Frage, die wir selbst interessant finden: was hatten so verschiedene Leute miteinander, das ihnen eine Mitgliedschaft wert war?
Zuerst fällt auf, was der Name nicht meint. Ein Rangabzeichen ist er nicht — in der Loge sitzt der Handwerker neben dem Richter, und das war von Anfang an der Punkt.
Wer ein Land regiert, hat Räte, Gesetze, ein Heer und die Möglichkeit, jemanden damit zu beauftragen. Wer sich selbst regiert, hat nichts davon. Kein Amt bestätigt ihn, keine Mehrheit trägt ihn, und abgeben kann er es an niemanden.
Es ist die einzige Herrschaft, die keinen Statthalter kennt. Vielleicht liegt darin das Wort.
Wir könnten sie hinschreiben. Sie stünde dann da, in einem Satz, und wäre so viel wert wie die Beschreibung eines Geschmacks: richtig und nutzlos. Was hier steht, ist alles nachprüfbar. Was nicht hier steht, wird nicht verschwiegen, um Neugier zu erzeugen — es lässt sich nur schlecht lesen und gut erleben.
Wer die Frage mitnehmen will: der Weg für Suchende · die häufigen Fragen · unsere eigene Geschichte
Wir sind ein Bund freier Männer, die sich der Selbsterkenntnis und der Arbeit am Rauen Stein verschrieben haben. Als Mitgliedsloge im Deutschen Freimaurer-Orden (GLL FvD) pflegen wir in der Tradition der Aufklärung den Austausch über Konfessions- und Standesgrenzen hinweg.
Unsere Loge ist ein Ort der Ruhe, der Reflexion und der brüderlichen Gemeinschaft inmitten der modernen Welt.
Der Kern unseres Strebens. Wir betrachten den Menschen als ein Wesen, das fähig ist, sich moralisch und intellektuell stetig zu verbessern.
Ein Band, das über soziale, religiöse und politische Grenzen hinwegreicht. In unserer Johannisloge begegnen wir uns auf Augenhöhe.
Die Freiheit des Gewissens, des Denkens und des Handelns als höchstes Gut des Individuums.
Respekt gegenüber anderen Meinungen und Überzeugungen, solange sie die Würde des Menschen achten.
Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und Einsatz für faire Teilhabe aller Menschen.
Auf dieselbe Frage kamen verschiedene Antworten. Das ist kein Mangel an Einigkeit; es ist der Befund.
Wenn sich jeder Einzelne verbessert, wird auch die Welt insgesamt besser.
Es geht auch darum, am Miteinander zu arbeiten — und um die Persönlichkeit derer, die dabei sind.
Wir sind sehr verschieden. Viele Perspektiven, große Altersunterschiede. Das macht es interessant.
Die überlieferte Formel dafür ist kürzer als alles, was wir hier ergänzen könnten: aus einem guten Mann einen besseren machen.
Die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland, auch Freimaurerorden, ist ein Zusammenschluss regulärer Freimaurerlogen und gehört zu den Vereinigten Großlogen von Deutschland.
Dänischer Feldmarschall, Statthalter in Schleswig, Holstein und Norwegen. Am 4. März 1775 in Rendsburg zum Freimaurer aufgenommen; als Provinzial-Großmeister sämtlicher Freimaurerlogen in den königlich dänischen Reichen und Staaten erteilte er unserer Loge Patent und Konstitution.
Die Metapher des Felsens symbolisiert nicht nur die Standhaftigkeit des Charakters, sondern auch das feste Fundament, auf dem die moralische Architektur eines jeden Bruders ruhen sollte.
Die Johannisloge Carl zum Felsen vereint seit über zwei Jahrhunderten Hamburger Bürgersinn mit den zeitlosen Idealen der Bruderschaft.
Über viele Jahrzehnte war das repräsentative Logenhaus in Altona das geistige und gesellschaftliche Zentrum unserer Bruderschaft. In den prachtvollen Räumen der Großen Bergstraße manifestierte sich der Hamburger Bürgersinn und das maurerische Wirken.
Obwohl sich die äußeren Umstände und Gebäude über die Jahrhunderte änderten, blieb der Geist der Gemeinschaft das tragende Fundament unserer Loge.
Freimaurerei ist nicht ein Geheimnis, sondern eine Übung in Menschlichkeit, die sich erst im Stillen offenbart.
Zweihundertdreißig Jahre
Nach rechts scrollen, wischen oder mit den Pfeiltasten gehen. Was in der Mitte steht, tritt hervor.
1737
Am 6. Dezember wird in Hamburg die erste regelmäßige Loge auf deutschem Boden gehalten. Von hier aus verbreitet sich die Freimaurerei nach Hannover, Berlin und weiter.
16. März 1771
Drei Brüder stiften die Loge „Zum Pelikan“. Dreißig Jahre lang kämpft sie mit Existenzsorgen — aber sie hält die Idee in Altona wach.
4. März 1775
Prinz und Landgraf Carl von Hessen, königlich dänischer Feldmarschall und Statthalter von Schleswig und Holstein, wird in Rendsburg aufgenommen.
11. Dezember 1795
Johann Hinrich Kaven und fünfzehn weitere Brüder schließen sich in Altona zusammen, um eine eigene Loge zu gründen. Das Datum steht bis heute auf dem Wappen.
19. Februar 1796
Prinz Carl von Hessen erteilt die Erlaubnis, „in einer gerechten und vollkommenen Freymaurer-Loge zu versammeln“ — und nennt sechzehn Brüder beim Namen. Gegeben unter seiner Hand und Petschaft.